Über Kaffeekamele und Satanskult
Dinge, die ich meinem Mathelehrer/Direktor sagen würde

Ein paar Worte, die aus unterdrückter Wut über Schikanen entstanden sind. Man verzeihe mir die emotionalen Ausbrüche, fernab von gutem, konstruktiven Journalismus.

Wenn ich zu spät zum Unterricht komme – und seien es nur fünf Minuten -, weil meine Fahrgemeinschaft mal wieder etwas länger brauchte, dann pflegt mein Mathelehrer zu sagen: „Fahr nicht mit denen!“

An solchen Tagen möchte ich zu folgender Rede ansetzen:
„Womit sonst? Mit dem Bus? Habe ich einen Geldscheißer? Wir sind hier nicht bei Sims 2! Sie könnten sich das vielleicht leisten, ich wiederum weiß nicht, warum Schüler weniger gut bezahlt werden als Direktoren, dabei ist das Anforderungsniveau viel höher. Sie haben ja noch Zeit, sich unsinnige Regeln für die Schulordnung zu überlegen, um Schüler zu terrorisieren, ich hätte die nicht.

Wenn ich nach Hause komme, sind erstmal Mathehausaufgaben dran. Dann Vorträge in Geschichte und Chemie, Aufsätze oder Erörterungen in Deutsch und Englisch und dann sind da noch Physikprotokolle, die fertig gestelllt werden möchten.
Abgesehen davon schreiben wir fast jeden Tag irgendeine Arbeit, weil jeder Lehrer noch Noten von uns braucht. Die sind alle egoistisch und sagen: „Jetzt sind sie ja in der 12. Klasse, da ist eh nicht mehr viel zu tun.“ Tja, Pustekuchen!

Ich habe auch ein Zuhause, müssen Sie wissen. Und keine Diener, die mir hinterher putzen. Wenn ich damit fertig bin, ist es 19 Uhr, dann gehe ich duschen und setze mich noch eine halbe Stunde vor den Fernseher, weil es für die Lektüre eines Buches nicht mehr reicht. Bin nämlich viel zu kaputt dafür.
Dann ab ins Bett und am nächsten Tag wieder um halb sieben raus. Wissen Sie, wie ich mich dann fühle? Gefoltert, gevierteilt, dann mit einer Walze überfahren, zusammengepuzzelt und mit Luft aufgepumpt.

So, Sherlock, jetzt kommt die 1-Milliarde-Euro-Frage: Wann soll ich mich meinen diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten widmen, das einzige, was Spaß macht und mir sinnvoll in meinem Leben erscheint? Am Wochenende, meinen Sie? Hahaha! Was ist dann mit den Prüfungsvorbereitungen, die die verehrte Lehrerschaft am Montag sehen will? Mh, Zwickmühle. Wo soll ich jetzt kürzen?

Mein Abitur sagt einem potenziellen Arbeitgeber nicht. Das sind Zahlen auf einem Papier, ausgedacht von Menschen wie Ihnen, die mich nicht kennen. Und da das deutsche Bildungssystem sowieso ein Witz ist, sind diese Zahlen nicht mal vergleichbar.

Aber Ehrenämter, hohoho, die sagen einiges aus. Wenn ich auf eigene Faust durch die Republik fahre, Kulturveranstaltungen organisiere und Texte schreibe. Wenn ich bangladesischen Kindern Schnorcheln beibringe, damit sie, wenn unsere umweltresistente Wirtschaft ihr Land überflutet hat, nicht ertrinken, das ist aussagekräftig!

Ein Ehrenamt eröffnet Stipendien, Ansehen und Berufschancen. Ich verspreche, ab dem Tag, an dem ich in Ihrem Unterricht etwas lerne, komme ich pünktlich. Bis dahin verbitte ich mir jede Kritik.

Mit Ihrer Kleinkrämerei sind Sie hier völlig fehl am Platz, dennoch bin ich froh, dass es Sie nicht auf ein Amt verschlagen hat, wo Sie hunderte Menschen um den Verstand bringen und ernsthaften persönlichen Schaden anrichten könnten.
Ich hoffe, ich setze Ihnen hier keine Flausen in den Kopf.

Also danke ich für ihre Mühen hier, für Ihre Regeln und den völlig unverständlichen Matheunterricht. Falls der Schule mal die Kinder ausgehen sollten, kann man mit der restlichen Belegschaft wenigstens eine Irrenanstalt oder ein Geisterhaus aufmachen.“