Über Kaffeekamele und Satanskult
Auf den Spuren des Kindes

Diese Welt ist verrückt. Ständig passieren seltsame Dinge. Eva verfolgt eine Spur und geht den Ursachen auf den Grund.
Zweiter Teil eines neuen Falls.

Fortsetzung von Teil 1

Nach dem Fund derartig vieler Utensilien wurde mir mulmig zumute. Warum nur häuften sich diese Vorkommnisse? Und warum gerade hier in der Nähe? Ich bin doch sehr viel unterwegs, auch in anderen Bundesländern, und doch machte ich dort nie einen vergleichbaren Fund. Da muss etwas im Gange sein.

Und warum überhaupt ich?

So begann ich die Suche der Lösung des Rätsels zunächst mit dem Kauf einer Pinnwand der Größe zwei mal zwei Metern. In der Manier eines FBI Profilers arrangierte ich Fotos, beliebige Zeitungsartikel und rote Fäden daran. Dann starrte ich die Wand an und ordnete alles wieder um.

Ich verband die verschiedenen Fundorte auf einer Karte. Eine Linie. Wenig hilfreich.

Doch vielleicht handelt es sich um Kindesentführung. Hänsel legt zu seiner Rettung Zeichen aus, damit ein pfiffiger Mensch die Botschaft entdeckt und hilft.
Aber warum sollte er ein Sortiment an Schnullern dabei haben?

Oder soll mich diese Spur nach Bangladesh führen, in eine Textilfabrik, in der sich Mütter und Kinder für wenig Geld zu Tode schuften, damit wir Billigjeans tragen, die aussehen wie teure?

Dann machte ich einen Fund, der mich noch weit mehr erschreckte. Ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit einem Knochen. Ich zitterte, daher ist das Foto so verwackelt. Der Fall gewann eine weitere, beängstigendere Komponente. Ich konnte nun nicht mehr mit einem Opfer rechnen, vielmehr mit einem Täter.

Vielleicht handelt es sich doch um eine Vereinigung von Kindern oder Kinderaktivisten, die die Weltherrschaft an sich reißen will und langsam austestet, wie weit sie gehen kann ohne aufzufallen. Es erscheint mir logisch. Kinder, diese winzigen Dämonen. Sie haben Geheimsprachen, Kriegsbemalung im Gesicht. Wer kennt es nicht? Schmetterlinge, Feen, Piraten. Das ist bis ins kleinste Detail geplant! Sie backen Kuchen aus Sand, Matsch und Löwenzahn, um die Erwachsenen zu vergiften und auszulöschen. Sie singen Lieder mit banalen Texten, aber in ihren Frequenzen malträtieren sie unsere Nerven, schädigen unseren Verstand, bis wir kollabieren. Mit ihren niedlichen Kindergesichtern lösen sie positive Reize in unseren Gehirnen aus, vernebeln unser Denken. Sie stehen für Liebe, Unschuld und Freundschaft. Natürlich, der schlimmste Feind ist der, den du nicht erkennst. Wir hätten schon viel eher darauf kommen müssen. Wie viele zermürbte Babysitter, verrückt gewordene Eltern und Großeltern haben wir verspottet? Die Lage ist ernst. Sie kommen, uns zu vernichten. Und niemand kann sie aufhalten.

 

Das Schlimmste: Ich habe sie entlarvt. Nun werde ich die nächste sein.

 

Text und Foto: Eva Stützer