Über Kaffeekamele und Satanskult
Auf den Spuren des Kindes

Diese Welt ist verrückt. Ständig passieren seltsame Dinge. Eva verfolgt eine Spur und geht den Ursachen auf den Grund.
Erster Teil eines neuen Falls.

Seit langer Zeit mache ich immer wieder Besorgnis erregende Funde. Hier im Lande gehen seltsame Dinge vor. Wie damals bei der Botschaft auf dem Mülleimer versuchte ich, Sherlock Holmes zu erreichen, aber der ist gerade im Auftrag der BBC unterwegs. Also muss ich erneut meine eigenen Vermutungen aufstellen.
Ihr fragt euch, worum es geht? Lasst mich die ganze Geschichte erzählen:

Es begann zur Zeit der letzten WM, EM oder sonst was. Kugelförmiges Leder interessiert mich wenig, daher kann ich darüber keine genaueren Informationen geben.
Eine davon begeisterte Freundin jedoch nötigte mich, ihr für den Abend einer Public Viewing (zu Deutsch: Leichenschau) Veranstaltung eine Schlafstätte zu gewähren. Ich erbarmte mich unter der Bedingung, nicht selbst dort hingehen zu müssen.

Als wir uns am frühen Abend aufmachten, eilenden Männern zuzuschauen (ja, sie hat mich doch breit geschlagen), geschah es. Also eigentlich geschah nichts, aber dort, im pittoresken Heyerode, nur wenige Meter vom zauberhaften Müllbehälter entfernt, lag ein Schnuller.

Schnuller heye

Ein Schnuller! Relikt aus Kindertagen. Was hatte es dort verloren?, fragte ich mich und schoss zur Dokumentation ein Foto. Woher hätte ich ahnen sollen, dass die Geschichte hier nicht endete?

Der Schnuller wich nicht aus meinen Bewusstsein. Lange Zeit später ging ich mit einem Freund am Mühlhäuser Busbahnhof entlang. Starrer Schock fuhr mir in die Glieder, als ich ein zweites Relikt entdeckte: Einen Kinderschuh.
Das konnte doch kein Zufall sein!
Wer spielte mir da einen Streich?

Ein Mann mittleren Alters ließ mich gewähren, als ich die Kamera zückte, bevor er den Schuh aufhob und damit seinem Kind wieder den Fuß bedeckte.
War er genau so peinlich berührt wie ich, so versteckte er es gut, aber für eine Aufklärung des Falls ist eine lückenlose Dokumentation nun mal unentbehrlich.

Schuh

Im September des letzten Jahres verbrachte ich fünf Tage an der Fulda in der Nähe von Kassel. Meine Verfolgungsängste waren groß, als ich nichtsahnend mit selbigem Freund Richtung Wehr marschierte, um dort neckischen Unfug und große Zerstörung anzustellen, denn auf dem Wege entlang des Flusses entblößte sich erneut ein Schnuller! Darauf ein Abbild des gefährlichsten Tieres überhaupt: Ein Känguru.

Schnuller

Zuletzt begegnete mir auf dem Weg nach Hamburg, noch vor Betreten des ersten Zuges am Mühlhäuser Bahnhof, ein Kinderhandschuh.

Handschuh

Was geht da nur vor sich?, fragte ich mich.
(Vorsicht, Cliffhanger!) Meine Theorien erfahrt ihr in 15 Tagen.

 

Text und Fotos: Eva Stützer

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