Über Kaffeekamele und Satanskult
Meine Rede für G7

G7 ist schon rum. Ich hatte extra eine Rede verfasst und an die Verantwortlichen geschickt, bekam aber keine Rückmeldung, Deshalb veröffentliche ich sie hier.

Sehr geehrte Gäste und Kollegen,
Bonjour und Good Morning!

Mit dieser Rede möchte ich den G7 Gipfel feierlich eröffnen. Wir werden in den nächsten 28 Stunden hier im Schloss Elmau Weltpolitik machen, also das glauben zumindest die da draußen.

Rekapitulieren wir doch einmal: Dieser Gipfel kostet bisher 360 Millionen Euro. Ich bitte Sie, wer gibt schon so viel Geld für Politik aus?

Die Fenster erhielten kugelsicheres Glas, die Konferenzräume sind abhörsicher. Selbst die Gullideckel im Umkreis wurden überprüft und verschweißt. Also lassen Sie uns Tacheles reden!

Gut, es ist eine Niederlage für uns, dass diese Demonstranten gerichtlich ihre Bürgerrechte erwirkt haben. Dumm gelaufen. Aber es sind ja mehr als 25.000 Polizisten stationiert, die sich darum kümmern werden, damit wir unsere Ruhe haben. Die Zäune, die wir errichten ließen, sind 2,5 Meter hoch und über 7 Kilometer lang. Kein Grund zur Sorge. Außerdem werden wir schon dafür sorgen, dass die Bauern, die ihre Grundstücke diesen Grünzeug-aus-regionalem-Anbau-Fressern verpachten, ordnungsgemäß geächtet werden.

Mit diesen Sicherheitsmaßnahmen – die für unsere Zwecke keineswegs übertrieben sind – haben wir der Bevölkerung wieder einen Grund gegeben, sich aufzuregen und seltsame Verschwörungstheorien zu erfinden, seien es Parallelen zur Bilderberger Konferenz oder wieder was mit Chemtrails und Seelachs.

Währenddessen schlagen wir uns die Bäuche mit den feinsten und teuersten Köstlichkeiten voll und können gleich zu den wichtigsten Punkten der Tagesordnung kommen.

Der Abschlussbericht ist ja schon fertig: „Wir versuchen, alle Probleme zu beseitigen und bauen die internationale Zusammenarbeit aus.“ Alle einverstanden? Dann können wir ja jetzt die extra eingeflogenen Trüffel essen. Danach eröffnen wir den diesjährigen Schwanzvergleich und stellen fest, wer den längsten hat. Guten Appetit.

 

 

Text und Diagramm: Eva Stützer

 

 

Quellen: http://www.epochtimes.de/Kritik-an-G7-Gipfel-auf-Schloss-Elmau-360-Millionen-Euro-fuer-Weltwirtschaftstreffen-a1242819.html

„Das Schloss, der Gipfel und die Macht: G7 – Countdown für zwei Tage Macht“, Dokumentation 1. 06., ARD

ZDF heute show 29.05.