Über Kaffeekamele und Satanskult
Vergiss es doch mal!

Gebrauchsanweisung für vergessene Hausaufgaben. So wird Schule viel einfacher. Man muss nur wissen, wie. Vielleicht auch für Studium und Beruf anwendbar.

Die Schule hat wie immer unerwarteter Weise wieder begonnen und alle, die noch dahingehen, werden garantiert mit Hausaufgaben überhäuft. Da kommt es auch mal vor, dass man eine Ausrede dafür braucht, dass man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.
Hier folgt nun eine, die ich mit meiner Deutschlehrerin durchexerziert habe.

Klappt super. Der Trick dabei ist, sehr schnell und dramatisch zu sprechen und dadurch zu überzeugen, dass man aus treuehrlichen Augen geradezu nach Verzeihung winselt, da man ja weiß, dass man etwas falsch gemacht hat. Das zeugt von Unterwerfung. Und Unterwerfung mögen Lehrer.

„Es tut mir sehr leid, Frau Deutschlehrerin, aber ich konnte den von Ihnen gewünschten Aufsatz nicht schreiben. Ich wollte gestern gerade anfangen, als mir auffiel, dass meine Buntstifte nicht nach Größe geordnet waren. Und so kann ich nicht arbeiten. Die waren zum Teil nicht einmal angespitzt. Unglaublich! Was da alles passieren kann! Ich will gar nicht daran denken. Wenn ich mal schnell einen ähh… neonpinken Buntstift brauchen sollte, kann es sich schon mal um Leben und Tod drehen. Da muss es schnell gehen. So was muss sorgfältig vorbereitet werden.

Und während ich das also behob, fiel mir auf, wie meine Fingernägel aussahen. Unerträglich! Da habe ich sie gefeilt und lackiert. Kucken Sie mal! Ist das nicht schön?

Außerdem musste ich dringend den Müll runterbringen. Das habe ich ja seit der letzten Deutschhausaufgabe nicht mehr gemacht.

Und weil ich die Vorstellung so witzig fand, wie ich Ihnen das erzähle, habe ich gleich einen Text darüber geschrieben, ihn abgetippt und veröffentlicht. Soll ich Ihnen einen Link schicken? Diesen Text können Sie ja benoten. Aber nur, wenn er gut ist, ja? Denken Sie mal drüber nach!

Dann dachte ich mir: Jetzt fängste aber wirklich mal an! Aber dann war es schon so spät und wenn ich nicht pünktlich ins Bett gehe, komme ich morgens nicht wieder raus.
Wenn man es so betrachtet, müssten Sie also froh sein, dass ich den Aufsatz nicht geschrieben habe, sonst könnte ich ihn heute weder abgeben noch an Ihrem vorzüglichen Unterricht teilnehmen.“

 

Text und Foto: Eva Stützer