Über Kaffeekamele und Satanskult
Detektivspiel

Eine rätselhafte Botschaft ist aufgetaucht. Ein Investigationstalent ist gefragt. Sherlock Holmes ist grad nicht verfügbar, deshalb muss nun Eva ran.

Dieser hinreißende Schnappschuss kann nur an einem mindestens genauso hinreißendem Ort entstanden sein: Heyerode.

Jenes Stück bebautes Land südwestwestlich Mühlhausens muss ich mein Heimatdorf nennen und seit einiger Zeit kann ich beim Verlassen des Busses obiges Bild betrachten.
Da steht ernsthaft „Hope“ auf dem Mülleimer. Im Übrigen ein Mülleimer, den man vor nicht allzu langer Zeit aus Herzensgüte für die Menschen der geldtechnisch nicht allzu liquiden Landgemeinde Südeichsfeld montierte.

Ich stand also eines Tages völlig verdutzt vor diesem Mülleimer und fühlte mich wie ein Prophet. Was wollte man mir mit dieser Botschaft sagen? War sie göttlichen Ursprungs? In einer so erzkatholischen Gemeinde wäre dies durchaus denkbar.
Ich dachte darüber nach. Zeit verging, es wurde Tag, es wurde Nacht und ich stand immer noch vor diesem Mülleimer.

Wollte mein Dorf zu mir sprechen? Wenn es das unbedingt tun muss, dann hätte ich nie vermutet, dass dies auf Englisch geschähe.
Doch was sollte ich nun schlussfolgern? Gehört Hoffnung in Heyerode in den Müll? Angesichts dessen, dass noch nie eine große Persönlichkeit dieses Dorf als Heimat benannte, ist es mit Hoffnung eh nicht weit her. Bedeutet das für mich den Aufruf, all meine Träume zu begraben? Am besten in jenem Abfallbehälter?
Ne, ist nicht drin, Alter.

Wollten sich die Mülleimer endlich aus ihrer viel zu selbstverständlichen Rolle lösen? Jene Nichtlebensformen, die Tag für Tag von uns benutzt, ja gebraucht werden und doch nie ihre verdiente Anerkennung bekommen. Ist es die letzte Chance der Menschen, Tribut zu zollen, bevor es zu einem schrecklichen Krieg kommt?

Oder soll man sich diesen Mülleimer als Behälter für Hoffnung vorstellen, hineingreifen und sich eine Portion gönnen? Das wäre ein perfider Trick. Ganz nach meinem Geschmack. Aber bevor sich da Gerüchte verbreiten: Nein, ich war es wirklich nicht!

Richtet sich diese Botschaft an die Ärmsten unter uns? „Gebt die Hoffnung nicht auf und suchet! Eines Tages werdet auch ihr eine Pfandflasche finden! Und zwar eine für 25 Cent!“ Muss ein Zyniker gewesen sein.

Oder avanciert dieses Gefäß zu einem Treffpunkt für Junkies? Schließlich ist die Abkürzung „Hope“ vom „Bob Hope“ ein Codewort für Cannabis.
Verdächtig: Dort prangt auch ein Aufkleber mit der Aufschrift: „Alkohol? Kenn dein Limit!“
Das könnte auch suggerieren: Hör auf zu saufen, Alkohol bringt’s nicht. Kiffen ist viel effektiver.

 

Ich bleibe auf jeden Fall dran an der Sache und wenn es neues gibt, informiere ich euch sofort.

 

 

Foto und Text: Eva Stützer

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