Über Kaffeekamele und Satanskult
Willkommen im Halloweentempel!

Endlich ist es wieder so weit. Ein Jahr musste ich bis zu meinem ganz persönlichen Fest der Liebe warten. Kein anderer Feiertag im Jahr bereitet mir so viel Freude. Es ist wieder Halloween! Yippie!

Schon vor Wochen habe ich angefangen, diesen ganz besonderen Tag zu planen. Kürbisse wurden besorgt und geschnitzt. Nochmal in alten okkultistischen und satanischen Schriften aus dem Mittelalter nachgelesen, wie die Hexenkreise und Dämonenbeschwörungen funktionieren und auf Vampirjagd gegangen.

Am Tag der Tage geht es dann schon am frühen Nachmittag los, der Zeitplan muss genau eingehalten werden. Mein Bruder und ich erhängen feierlich die böse Hexe des Westens. Sie war böse, sie hatte es verdient.

Die Asche der gepfählten Vampire wird zur Abschreckung dargestellt. Es ist normalerweise nicht gerade einfach, diese Viecher zu vernichten, aber diese drei waren wirklich unfähige Exemplare. Mitten am Tage freuten sie sich so darüber, in der Sonne zu glitzern, dass sie uns nicht einmal bemerkten. Was ist nur aus dem guten, alten Nosferatu geworden?

Ephraim, das Skelett, tanzt vor Freude im Schein der Fackeln und Kerzen, stets ein wachsames Auge auf die böse Hexe des Westens gerichtet, auf dass es ihr nicht gelänge, sich aus der Schlinge der Verdammnis zu befreien.

Und auch unsere Hausfledermäuse Rüdiger und Annabell sind total aus dem Häuschen und umkreisen die Terrasse. Sobald sie Kinder erspähen, fliegen sie tiefer, damit ich gewarnt bin.

Die komplette Nachbarschaft einschließlich unserer Mutter denkt, wir hätten richtig derbe einen an der Waffel. Stimmt vielleicht auch ein bisschen. Aber wir haben unseren Spaß.

Die Kinder, die kommen, freuen sich über die Deko und erwarten Süßkram. Wenn ich Schokoriegel essend die Tür öffne und ihnen eine Schüssel voller trockener Nudeln, Reis, Brokkoli und Rosenkohl hinhalte, lernen sie, was Grusel wirklich bedeutet.

Und wenn alles fertig ist, folgt der Horrorfilmmarathon. Jeder zweite Fernsehsender bringt irgendein „Special“ voller Blut oder peinlicher Z-Promis.

Es ist so schaurig schön, dass ich nie wieder umdekorieren will. Ja, warum eigentlich nicht? Zu Weihnachten werde ich einfach einige Zipfelmützen verteilen und etwas Glitzer darauf sprühen, fertig!

Coming soon: Schweihnachtsdeko!

Text und Fotos: Eva Stützer (mit freundlicher Unterstützung von  無限)