Über Kaffeekamele und Satanskult
Reich und sicher durch die USA

Schon Marcel Reich-Ranicki wusste: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“
Ob er auch geahnt hatte, dass Geld unsere Sicherheit erhöht? Neue Erkenntnisse aus der globalen Irrenanstalt.

Nachdem nun diese Schweinereien der NSA mehr oder weniger ans Licht gekommen sind, versteh ich die Welt ein bisschen besser. Ich habe erkannt, dass alles miteinander in Verbindung steht.

Beispiel gefällig?

Neulich hörte ich von zwei Freundinnen, dass sie unabhängig voneinander beim Tauchen im Meer zufällig je einen 10 Euro Schein fanden. Sofort schossen mir etliche Fragen durch den Kopf.

Wie sollte das möglich sein? Angenommen, jemand hätte es verloren: Wer nimmt beim Schwimmen Geld mit ins Wasser? Warum? Und weshalb ausgerechnet immer 10 Euro?

Es ergab für mich keinen Sinn. Doch jetzt ist alles klar: Die NSA war’s.

Es ist doch weitläufig bekannt, dass die USA, im Glauben ihre Wirtschaft zu stärken, ununterbrochen Geld drucken, das andere Länder ihnen abkaufen. Inwieweit ihnen das nützt, wird heiß diskutiert, denn (hoffentlich nicht nur) BWL- und Geschichts-Studenten wissen: Je mehr Geld es gibt, desto weniger ist es wert und je weniger es wert ist, desto schneller bricht der Kapitalismus zusammen und wir sind total am Arsch. Verzeihung.

Und jetzt gab es auch noch diese Fälle der Datenüberwachung, die es möglicherweise gegeben haben könnte oder auch nicht, denn dem muss unsere geschätzte Regierung erst nachgehen, wofür aber gerade keine Zeit ist, so kurz nach der Bundestagswahl.

Doch angenommen, es wäre alles wahr, warum sollte die NSA nicht also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Es liegt doch auf der Hand: Die Agenten der NSA haben Kameras in Geldscheine eingebaut und in Deutschlands Gewässern verteilt, wo wasseraffine Bürger sie finden.

Egal, ob man sie dann behält, einem scheinbaren rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben gedenkt oder im nächsten Laden gegen eine Taucherbrille eintauscht, der Schein kommt auf jeden Fall in Umlauf, ohne dass man auf die Idee kommen könnte, man wäre Teil eines Planes. So kann die NSA Daten sammeln.

Doch warum ist es ausgerechnet ein 10 Euro Schein?

Logisch: Jener scheint in Sachen Größe, Farbgestaltung und Textur perfekt für den Einbau hochtechnologischer Überwachungssoftware geeignet.

Um meine gewagten Thesen zu beweisen, habe ich mir – nur im Sinne der Wissenschaft selbstverständlich – eine beträchtliche Menge dieser Scheine auf Kosten des JiM-Vereins auszahlen lassen. Lange experimentierte ich und fand schließlich die Lösung, wie man hochtechnologisch modifizierte Geldscheine zur Überwachung herstellt (siehe Titelbild).

Es ist alles wahr. Man kann nicht mal mehr im Beisein seines Geldes reden.

Schützt euch! Schmeißt es weg! Gebt es mir! Ich werde mich schon drum kümmern.

Text und Foto: Eva Stützer