Über Kaffeekamele und Satanskult
Casting statt Wahlkampf

Wählst du noch? Bringt das überhaupt noch etwas? Man sollte sich doch wirklich mal Gedanken darüber machen. Ein neues System könnte Fortschritt bringen.

Es sind noch 9 Tage bis zur großen Bundestagswahl 2013. Das sind 216 Stunden, 12960 Minuten, 777600 Sekunden. Ist es nicht einfach durchgeknallt, das auszurechnen?

Ja, und trotzdem habe ich es getan. Schließlich gibt es noch viel durchgeknalltere Dinge, die man machen kann. Zum Beispiel alle vier Jahre Menschen an die Spitze unseres Staates wählen, von denen Gerüchte im Umlauf zu sein scheinen, dass sie an gewissen Defiziten in ihren Kernkompetenzen litten, um sich dann darüber zu beschweren, dass jene Gerüchte womöglich der Wahrheit entsprechen könnten. Diese Strategie scheint mir in Deutschland Gang und Gäbe, wenn ich sie auch nicht verstehe.

Der größte Teil der deutschen Bevölkerung wählt das, was sie oder ihre Vorfahren immer schon wählten. Die anderen kreuzen irgendetwas oder eben nichts an. Nur sehr wenige sind mittendrin im politischen Geschehen oder machen sich wenigstens früh genug Gedanken, wem sie ihr Vertrauen schenken.

Ziemlich unlogisch.

Vielleicht sollten wir das Wahlverfahren ändern, damit es wieder bergauf geht und mehr Wahlberechtigte eine vernünftige Entscheidung treffen. Machen wir es doch wie im Fernsehen: Ein Politikercasting, danach Recall und die schlimmsten Deppen kriegen einen Vertag mit RTL, wo sie 24 Stunden am Tag auftreten müssen. Alle, die aufgrund mangelnder Inkompetenz vorher ausgeschieden sind, dürfen am Ende den Laden schmeißen.

Vielleicht haben wir damit ja mehr Erfolg. Oder wir versuchen einfach mal ernsthaft, einige geeignete Kandidaten für die Leitung unseres Staates zu finden. Und bis dahin ziehen wir uns am Wahltag etwas Schickes an, machen irgendwo unser Kreuz und können uns vier Jahre beschweren, dass unser Land zusammen mit uns und unseren Nachkommen untergeht.

 

Text und Bild: Eva Stützer