Über Kaffeekamele und Satanskult
Ei, ei, ei, WM - wir sind dabei!

Die Welt ist verrückt. 352 Jungs laufen einem Ball hinterher und jene 32 Länder, deren Namen auf ihren Trikots stehen, drehen völlig durch. Wer kann da noch auf dem Teppich bleiben?

Dass bunte Ostereier das ganze Jahr erhältlich sind, ist ja schon bekannt. Ich hatte mal die Idee, täglich in einem Supermarkt ein Foto von dem Regal zu schießen, um zu zu observieren, wann sich daran etwas ändert. Daraus könnte man ein Video machen und es mit der Tetrismelodie oder dem markerschütternden Gekrächze sterbender Hühner hinterlegen.  So ein bisschen Gesellschaftskritik muss ja auch mal sein.

Dem steht nur ein Problem entgegen: Ich bin eine stinkfaule Sau.
Außerdem käme ich mir ziemlich doof vor.

Weiterhin ist uns geläufig, dass Fußball allgegenwärtig ist. Gerade bei der WM gibt es keinen Rückzugsort mehr.
Radio und Fernsehen, die Schlagzeile der Zeitung, Sammelsticker im Supermarkt, Trikots und Fantröten.
Selbst, wenn man sich im Keller verschanzt, hört man die jubelnden Massen von draußen. Ich bin ja der festen Überzeugung, dass nicht mal die absolute Gewissheit eines nahenden Untergangs den Fußball auch nur kurz in Vergessenheit geraten lassen könnte.

Doch warum schreibe ich über diese beiden verschiedenen Themen in einem Text?
Tja, liebe Leser, ich habe eine tragische Entdeckung gemacht, die mich in fassungslos Entsetzen stürzte:

Es gibt jetzt Ostereier im Fußballdesign.
Im Juni.

Bitte gewährt mir eine Pause, ich muss weinen.
Es sind nicht die großen Katastrophen wie Erdbeben, Tsunamis, Weltkriege, die einen zur Verzweiflung bringen.
Nein. Es sind die kleinen Dinge, die unseren Verstand auf die Probe stellen und uns glauben lassen, das Leben hätte keinen Sinn mehr.

Aber ich werde kämpfen. Zum Frühstück gibt es jetzt immer ein Fußballosterei, bis ich wieder fähig bin, an die Weisheit der menschlichen Rasse zu glauben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

 

Bis dahin bleib ich im Keller.
Ich wünsche euch eine schöne WM.

 

 

Text und Foto: Eva Stützer