Über Kaffeekamele und Satanskult
Berufe für jedermann

Du weißt noch nicht, was aus dir werden soll? Du suchst einen spannenden Job voller Adrenalin und Nervenkitzel? Dann gibt es hier das richtige für dich: Busfahrer

Das Berufsbild:
Als Busfahrer trägst du eine Menge Verantwortung. Dieser Job ist sehr wichtig. Du bringst Menschen zueinander, auch, wenn du sie manchmal stehen lässt.
Zugleich sorgst du für ihre Sicherheit und als Verkehrsteilnehmer auch für die der übrigen Erdbewohner um dich herum.

Wenn du dich ans Steuer setzt, dann schmilzt der Motor unter deinen Händen. Bringe den Drehzahlmesser auf Hochtouren, wenn du deine Runden drehst.
Wenn man mit einem Bus nicht 200 Kilometer pro Stunde fahren könnte, wäre der Tacho da auch schon zu Ende. Fahr lässig!

Busfahren ist wirklich nichts für zarte Seelen. Wenn du erst einmal anfängst, mit deinen Busfahrerkollegen Rennen zu fahren, dann riecht es aber schnell nach Gas in der Hütte.
In Kurven langsamer fahren als auf gerader Strecke? Wer denkt sich denn einen solchen Quatsch aus? Akzeptiere und befolge nie Regeln, deren Sinn du nicht nachvollziehen kannst!
Nimm jeden Huckel im Teer mit und die Straße wird zur Achterbahn. Und regelmäßig machst du sozusagen Abstecher in die Geisterbahn, denn fahrplangemäß fährt man hier alle dreißig Minuten unnötigerweise über völlig verlassene Orte, obwohl der Unstrut-Hainich Kreis der höchst verschuldete Landkreis Thüringens ist.

Unfreundlichkeit wird gern gesehen. Unterjoche jeden Einsteigenden! Lass sie deine Autorität niemals untergraben! So sollen Fahrgäste gerne mal draußen vor der geschlossenen Tür warten, wenn dein Zeitplan einige freie Minuten gewährt.
Und wenn dir etwas auf die Nerven geht, dann lass es heraus! Schimpfe, schreie und fluche, was das Zeug hält!

Alle Fahrgäste werden dir applaudieren, wenn sie heil angekommen sind. Falls sie heil ankommen.
Durch dich werden sie gottesfürchtige Menschen.
„Gott behüte diesen Bus….Wer sollte es sonst tun?“

Auch Weiterbildung ist möglich. Nach wenigen Jahren, in denen du Erfahrungen sammelst, kannst du in die Elite aufsteigen und gehörst dann zu den furchtlosen Veteranenbusfahrern.
Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch bei meterhohem Schnee jeden Weg über Berge und Täler bis in das letzte unbewohnte Kaff meistern. Sie sind wahre Könner.

Na, kribbelt es dir schon in den Fingern?
Dann werde Busfahrer!

Oder werde irgendetwas anderes, Hauptsache erwachsen und hör auf, die Berufsgruppe des Busfahrers so zu stereotypisieren und zu verspotten.
Denn auch, wenn sie uns manchmal doch sehr unfreundlich begegnen oder einen wirklich krassen, wenn nicht sogar gefährlichen Fahrstil haben, sollten wir ihnen doch wenigstens ein bisschen Respekt zollen.

Text und Zeichnung: Eva Stützer