Über Kaffeekamele und Satanskult
Die wunderbare Welt der Werbung

„Man sieht Werbung, wohin man auch schaut, denn auf Werbung ist unsere Wirtschaft aufgebaut. Und es gibt Werbung für alles, was man nicht braucht, damit man Auto fährt, anders riecht und dabei raucht.“
( „Insel“ von Farin Urlaub)

 „Hello. This is [aktuelles Popsternchen einfügen] and you’re listening to [durch öffentlichen Rundfunksbeitrag finanzierten Radiosender einfügen].“, tönt es uns alle fünf Minuten aus unserem Radio entgegen.
Da stellt sich doch die Frage, ob uns dieses Popsternchen für so blöd hält, dass wir nicht wissen, welchen Radiosender wir gerade hören.
Wenn man genau darauf achtet, stellt man fest, dass manche Produkte wirklich für Idioten gemacht zu sein scheinen. Denn genau so werden sie beworben.

Da ist zum Beispiel die Firma „Oral B“, deren „Smartguide“ als Produkt für Menschen beworben wird, die sich nicht ohne Anleitung die Zähne putzen können.

Auch Dr. Oetker hat im Angebot neuerdings eine Kombination zweier Fast Food Gerichte für Menschen, die keinerlei Manieren besitzen. So beschreibt es zumindest der Werbespot. Man beachte dabei auch mal kurz diesen wahrhaft pfiffigen Slogan – im Übrigen eine Alliteration: „Fingerfood für Fäuste“
Erniedrigt man sich da nicht selbst beim Kauf?

MC Donald’s hat den Slogan: „Wenn du etwas gut zu machen hast… Willkommen bei MC Donald’s!“ Man sieht ein kleines Mädchen, dass traurig ist, weil es entdeckt, dass seine Mutter eine Zeichnung von ihm weggeworfen hat. MC Donald’s möchte also schon die gebrochenen Herzen der Kinder mit ungesundem Fast Food stopfen. Vorbildlich. Ein Besuch bei eben jenem Verein ist meiner Meinung nach schon etwas, das gut zu machen sein müsste.

Irgendwer setzte mal einen abgewrackten Moderator vor eine Waldkulisse und ließ ihn sagen: „Schön hier. Nur kein Internet.“ Damit gedachten sie einen Surfstick zu verkaufen. Was soll das? Wie oft braucht man mitten im Wald einen Laptop mit Internetanschluss? Dieser Spot ist so dermaßen unüberlegt und unaufwendig, dass es schon an Arroganz grenzt.

Aber wenn ein Fernsehsender für Kinder schon Spiele mit „realistischen Gespenstern“ anbietet, weiß ich nicht mehr, wie ich das satirisch noch überbieten sollte.

Bei der Fülle an Werbesendungen, die jeden Tag auf uns einprasseln, kann man doch wenigstens erwarten, dass diese originell und ausgeklügelt sind. Dafür braucht es keine Milliardensumme im Budget.

Liebe Werbefritzen, ich weiß ja, dass es nicht immer einfach ist, sich gute Slogans auszudenken und manchmal will man auch einfach Feierabend machen. Aber dann tut das doch auch bitte! Schlaft eine Nacht darüber und am nächsten Morgen fallen euch bestimmt viel bessere Ideen ein.

Text und Zeichnung: Eva Stützer