Beiderseits der Logik
Im Endlichen

„Wo waren Sie?
Sie wirken so verzückt und doch
erscheint es,
als sei selbst jetzt nach Ihrer Ankunft noch
dieselbe äußerst fraglich.“
„Ist die Rückkehr von uns Menschen nicht
in jeder Hinsicht eine Frage – ?
Und so begab ich mich auf meiner Reise
in den Darm der Gottheit,
dorthin,
wo süßlich Seelen schwebend
warten, resorbiert zu werden
und vom Exkrement geschieden.“
„Wie haben Sie all das empfunden?“
„Ich war zu fühlen kaum noch fähig
vor Gestank verdauten Lebens.“
„So war es hässlich dort?“
„Nein.
Es war betörend schön, war angenehm,
das alles anzuschauen herrlich, so
natürlich kunstvoll konstruiert,
liebreizend, goldbeschlagen und
besetzt mit Edelsteinen und durchzogen
von der reinsten Süße; doch
ist das weder
vorstellbar
noch sichtbar.“
„Ist es nicht? Aus welchem Grunde?“
„Es ist finster an dem Unort,
dass vor Schwärze keine Nacht besteht.“
„Nun, deshalb sehe ich dem Gott
nie tiefer in die Augen
als bis zu mir selbst.“
„Da ist zwar Licht,
doch nichts, das sich bewundern ließe,
nichts.“

ImEndlichen1

Text und Bilder: Norman Weitemeier