Interview mit Irie Revoltes
Ein letztes Mal Open Flair muss sein!

Ihr habt schon sehr, sehr viele Länder bespielt. Gibt es Tendenzen, wie unterschiedlich sich das Publikum verhält?

Mal Élevé : Auf jeden Fall.
Carlito : Ich glaub, man kann nicht sagen landmäßig, sondern eher Regionen. Zum Beispiel Tschechien, in der Ecke Prag geht es richtig ab, das Uprising Festival in der Slowakei auch. Wir lassen ja auch nicht locker, egal wo wir sind, deswegen: Wenn nicht alle abgehen, haben wir da auch nicht gespielt. Daher kann man da nichts hervorheben.
Wir haben es immer sehr genossen, überall spielen zu dürfen, viele Kulturen zu sehen und wie die Leute auf die Musik reagieren.

Eine Auflösung entscheidet man ja nicht von jetzt auf gleich. Wie lange habt ihr darüber nachgedacht?
Mal Élevé : Schon eine Weile. Es war ein Prozess. Und im letzten Sommer kam dann die Entscheidung.

Warum hat es gerade das Open Flair auf die Liste der letzten Auftritte geschafft?

Carlito: Wir wollten auf jeden Fall gerne nochmal so viele Festivals spielen. Man muss ja auch schon ein Jahr früher anfragen, ob ein Auftritt zustande kommt. Beim Open Flair waren wir länger nicht und so haben wir in den letzten zwei Sommern versucht, nochmal überall zu sein, wo wir es geil fanden. Mit den Veranstaltern waren wir immer cool. Es hat geklappt und wir freuen uns, hier zu sein. Ich weiß noch, wie wir beim letzten Mal von einer anderen Band gefragt wurden, ob wir featuren wollen. Und dann waren wir mit zwanzig Leuten bei denen auf der Bühne und haben abgerissen. Das war mega geil.

Wenn ihr jetzt die Bühne betretet, ist das dann ein Gefühl von letztes Mal?

Mal Élevé : Seit diesem Jahr ist es nochmal viel bewusster. Normalerweise denkt man nicht, dass man nie wieder hier her kommt, aber jetzt wissen wir das halt. Deshalb gehen wir nochmal bewusster auf die Bühne.

Ihr habt euer Bandleben immer mit sozialem Engagement verbunden. Wenn das eine jetzt endet, wie geht das andere weiter?

Carlito: Das Kollektiv lebt ja weiter. Wir haben noch nicht darüber geredet, aber ich denke schon, dass wir einiges weiterhin unterstützen. Jeder wird auch privat aktiv bleiben. Es wird auch andere musikalische Sachen geben, die wir jetzt noch nicht verraten. Ohne Musik geht nichts.

Was ist in eurem Kühlschrank?

Mal Élevé: Boah, jetzt habe ich Hunger! Ich esse viel Bio-Gemüse, falls das jemanden interessieren sollte. Ist halt langweilig. Ich feier Cranberry-Muttersaft ziemlich ab. Kennen wenige, ist aber sehr gesund. Auch Mandelmilch. Es gibt so einen geilen Bio-Zwiebelschmalz. Das ist der Shit. Damit schmeckt alles gut. Wir sind ja viel unterwegs, aber wenn ich mal zu Hause bin, dann koche ich sehr gern. Deswegen kann ich auch nicht alles aufzählen. Der Kühlschrank ist voll mit geilem Scheiß. Meine Frau und ich versuchen auch, neue Gerichte zu erfinden. Freestylen, benennen und manchmal fotografieren, damit man es nachkochen kann. Das ist wie Musik machen.

Carlito: Auch viel Gemüse, Mandel- oder Sojamilch. Meistens Tofuzeug. Das geile ist, ich hab um die Ecke einen Veganz-Supermarkt. Da gönne ich mir da schon mal solche Steaks oder Burger.

Vielen Dank für eure Zeit!

Interview: Eva Stützer
Foto: Antonia Heinze

 

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